Was ist Nuklearmedizin?

Die Nuklearmedizin ist ein Fachgebiet der Medizin, das radioaktive Substanzen zur Diagnose oder zur Therapie von Erkrankungen an Patienten anwendet.

Bei der Diagnose kann der Facharzt für Nuklearmedizin vor allem die Funktion eines eventuell erkrankten Organs untersuchen. Er stellt eine Funktionsstörung eines Organs fest. Die anatomische Beschaffenheit kann der Nuklearmedizinier nur grob erkennen. Für die detaillierte Beurteilung der Anatomie ist das Fachgebiet Radiologie zuständig.

Anhand eines Beispiels kann die Nuklearmedizin am besten erklärt werden, hier die Nierenfunktionsszintigrafie. Im Labor wird eine radioaktive Substanz, auch Radiopharmakon oder Tracer genannt, von der Assistentin "zubereitet". In den meisten Fällen benutzen die Nuklearmediziner die radioaktive Substanz Technetium-99m (Tc-99m), die allein oder mit einer anderen Substanzen (Pharmakon) verbunden werden, je nach Art der Untersuchung. Tc-99m ist eine kurzlebige radioaktive Subtanz. Nach etwa 6 Stunden ist nur noch die Hälfte der ursprünglichen Radioaktivität zu messen.
Bei der Nierenfunktionszintigrafie legt sich der Patient auf eine Liege. Die radioaktive Substanz wird in eine Armvene eingespritzt. In diesem Fall wird eine Substanz (Pharmakon), die mit Tc-99m markiert ist, benutzt, die von den Nieren aufgenommen und ausgeschieden wird. Mit Hilfen einer Gammakamera, die die aus dem Körper des Patienten ausgetreten Gammastrahlen erfassen, messen und auch orten kann, kann der Arzt "sehen", was im Körper des Patienten passiert. Im Fall der Nierenfunktionsszintigrafie kann der Arzt die Durchblutung, die Reinigungsfunktion der Nieren und den Verlauf des Harnabflusses verfolgen. Somit kann der Arzt die Funktion jeder einzelnen Nieren ermittelt und eine Harnabflussstörung feststellen.

Heute nutzen die Nuklearmediziner Substanzen, die nur eine geringe Strahlenbelastung verursachen und nur sehr selten zur Unverträglichheitsreaktion führen können. Oft ist die Nuklearmedizin aufgefordert, Patienten zu untersuchen, die sehr stark allergisch auf Kontrastmittel reagiert haben. Die verwendeten radioaktiven Substanzen sind heute von sehr guten Qualität.

Seit mehr als 10 Jahren muss die Gammakamera nach Qualitätsvorschriften täglich, wöchentlich und halbjährlich kontrolliert werden und ggf. so eingestellt werden, dass sie den Qualitätsanforderungen wieder entsprechen. Kontrollen führen das Gewerbeaufsichtsamt und die Ärztekammer (Ärztliche Stelle) durch.

Die Funktion vieler Organen des Körpers kann der Nuklearmediziner untersuchen, insbesondere bei Krebserkrankungen. Mit radioaktiven Substanzen kann der Nuklearmediziner Schilddrüsenerkrankung, Schilddrüsenkrebs, Gelenkerkrankungen und sonstige Krebserkrankungen behandelt.

Praxiszeiten | Praxisteam | Kontakt | Impressum | Datenschutz